Wie ich zum Reiki kam

Als ich im Oktober 2018 in Barcelona ankam, habe ich meine erste Reiki-Einweihung erhalten. Von Reiki habe ich das erste Mal von meiner Mama gehört, die ab und zu eine Behandlung bei ihrer Heilpraktikerin bekommen hat. Der Gedanke an energetisches Heilen fand ich war faszinierend, aber weiter drüber nachgedacht habe ich nicht.

Im Dezember 2017 hatte ich dann meinen nächsten Kontakt damit: Cosmo war unser Dogsitterin im Wald entlaufen und blieb für 32 Stunden verschwunden. In dieser Zeit wurde er von zwei Tierkommunikatorinnen kontaktiert, die ihm mitteilen konnten, wann er wo in den Wald kommen soll, damit ich ihn wiederfinden kann. Und wirklich: Am nächsten Tag kam er (ein paar voreilige Stunden zu früh, hehe) zu mir zurück. Darüberhinaus berichtete auch meine damalige Chefin davon, wie sie einen Kurs über energetisches Heilen mitgemacht hätte und es war diese Beschreibung, die sich in mir verankert hatte. Sie erzählte, wie sie Stück für Stück eine Intuition dafür entwickelt hätte, die Leiden bei anderen zu spüren und diese durch Berührung zu lindern … Wahnsinn

Die Zeit, die ich mir in meinem Bus genommen hatte, war natürlich vor allem dafür da, mir darüber bewusst zu werden, worin ich meine Energie zukünftig investieren wollte. Welche Ziele möchte ich erreichen, was will ich lernen, was möchte ich nicht mehr in meinem Leben haben? Wieder kam ich auf den Aspekt des Heilens und diese Idee keimte ein paar Wochen in mir.

Ich kenne dieses Keimen inzwischen, denn in den letzten Jahren habe ich ein paar recht rigorose Entscheidungen getroffen, die für andere scheinbar aus dem Nichts kamen. Es beginnt mit einer Idee, die manchmal wirklich wie aus dem Nichts kommt – oder vielleicht auch nicht, vielleicht sind die Samen schon vor Ewigkeiten gesäht worden, aber ich hab ihnen nicht die nötige Beachtung geschenkt oder nur im Stillen drüber nachgedacht, um sie dann wieder zu verwerfen. Ist der Keim erstmal da, reift er für gewöhnlich nur etwa 2-3 Wochen, manchmal nicht mal so lange. In dieser Zeit rede ich meist nicht darüber, manchmal eine bewusste Entscheidung und manchmal unterbewusst. Früher habe ich IMMER – ALLES – SOFORT mit meinen Freundinnen bequatscht, alles wurde sofort auseinander genommen, analysiert und bewertet; ich fand das gut so, ich hab mich damit extrem mit ihnen verbunden gefühlt. Aber vor vielleicht 5 Jahren habe ich begonnen, manches einfach nicht sofort auszusprechen. Stattdessen habe ich Gedanken und Gefühlen Raum gegeben, erstmal in mir zu reifen und zu wachsen, sich zu wandeln und vielleicht auch einfach wieder zu verschwinden, ohne je bewertet worden zu sein.

Zuallererst hat sich diese Methode auf romantische Beziehungen ausgewirkt, die Formen annahmen, tiefer gingen und offensichtlich davon profitierten, dass ich meine Unsicherheiten nicht immer manifestierte, indem ich die diskutierte. Dann ging fürs Studium nach Paris, und zurück in Berlin änderte ich mein komplettes Wohnumfeld und auch mein Leben, weil ich entschied, einen Hund zu adoptieren. Letztes Jahr kündigte ich alles und kaufte einen alten Bus und die Geschichte kennt ihr ja. Kurzum: Manchmal ist sie plötzlich da, die Idee, und vor allem weil ich sie nicht mehr sofort teile und eigentlich erst ausspreche, wenn die Entscheidung für mich schon gefallen hat, kommt immer wieder mal die witzige Situation auf, in der ich die Menschen um mich herum vor vollendete Tatsachen stelle und sage: „So, ich mach jetzt das.“

Und so ging es mir auch mit Reiki, obwohl ich augenscheinlich davor nie mit Energien und Chakren zu tun hatte. Das stimmt so nicht ganz, aber jetzt erstmal zum wirklich interessanten Teil 😉

Photo by Jeremy Yap on Unsplash

Was ist Reiki?

Reiki leitet sich von „Rei“ und „Ki“ ab und wird als „universelle Lebensernegie“ übersetzt. Damit ist die Energie gemeint, die uns alle durchfließt und nicht nur uns, sondern auch Tiere, Pflanzen, die Erde, das Wasser, die Luft … alles eben!

In unserem Körper fließt diese Energie durch gewisse Bahnen und passiert dabei Meridiane und auch unsere Chakren. Durch verschiedene Hindernisse können diese Bahnen jedoch blockieren, z.B. durch Verletzungen, aber auch durch emotionale, psychische und nicht zu unterschätzende spirituelle Probleme. Die Folge ist, dass die Energie nicht richtig fließen kann, wir uns erschöpft und müde fühlen, und sich das auch auf andere Bereiche des Körpers auswirkt. Durch das Auflegen der Hände an bestimmten Stellen des Körpers kann die Energie wieder in Schwingung gebracht werden, sie wird quasi wieder aufgeweckt und animiert, sodass sie gegen die Blockaden schwingt und sie dadurch löst. Es ist also eher eine Art Selbstheilungsprozess.

Die Grundidee ist, dass jeder von uns in der Lage ist, die Energie zum Schwingen zu bringen. Da wir diese Fähigkeit aber nicht benutzen, verkümmert sie wie ein Muskel, der nicht trainiert wird (a.k.a. meine Bauchmuskeln). Durch die Einweihung wird der „Kanal“ wieder freigepustet und seitdem kann ich die Energie bei mir und bei anderen wieder in Bewegung bringen 🙂

Die Kunst des energetischen Heilens wurde schon im Sanskrit beschrieben, ist dann aber mehr oder weniger verloren gegangen und erst in den 1950ern durch Mikao Usui wieder entdeckt worden. Die Geschichte, wie er dazu gekommen ist, ist bereits eine sehr schöne, berührende, moderne Sage. Usui wollte erst nicht, dass Reiki den Westlern beigebracht wird, weil er der Meinung war, dass die Philosophie dahinter im Westen korrupiert werden würde. Ich hoffe, wir können ihm das Gegenteil beweisen!

Wie fühlt sich Reiki an und wofür ist es gut?

Ich muss zugeben: Manchmal kann ich das mit der Energie selbst immer noch nicht ganz glauben. (Aber das ist kein Problem, denn wie meine Lehrerin so schön sagte „Reiki is not a religion“ ;)) Aber ich spüre es jeden Tag. Wenn ich meine flache Hand auf meinen Bauch oder sonst wohin lege – oder bei jedem anderen – kribbelt es in meinen Fingern. Das war definitiv vorher nicht so! Für die Menschen, die ich behandle, ist das Gefühl für jeden individuell. Die einen schlafen ein, die anderen weinen, manche werden unruhig … Hatte die Energie genug Zeit zum Wirken, haben sie nach der Behandlung aber eines gemeinsam: Sie fühlen sich wohl, erfrischt, irgendwie leicht.

Kopfschmerzen gehen weg und auch für Bauchschmerzen und Krämpfe benutze ich es regelmäßig. Bei frischen Verbrennungen oder kleineren Schnitten kann ich meine Hände auflegen und nach 20 Minuten ist die Verletzung wie weggeblasen. Je älter oder schwerer die Verletzungen oder die Beschwerden sind, desto mehr Behandlungen braucht man – das ist mit Tabletten ja nicht anders. Reiki beschleunigt körperliche Heilungsprozesse und ist daher eine großartige Begleittherapie nach Operationen oder langen Krankheiten (auch im Unfallkrankenhaus Berlin gibt es Reiki-Therapeuten).

Vor allem aber auch bei emotionalen und psychischen Belastungen hilft Reiki sehr, es entspannt und wirkt wie ein stärkender Rückenwind, der dich die Ursache anpacken lässt, anstatt die Symptome zu bekämpfen. Wenn du etwa eine Entscheidung vor dir herschiebst, die dich so belastet, dass du körperliche Symptome zeigst, wird eine Reiki-Therapie dich eher unterbewusst darin unterstützen, die Entscheidung zu konfrontieren.

Das ist, was diese Art der Therapie für mich so besonders macht. Ich fühle sie jeden Tag in mir, wie sie mich begleitet und mir den Rücken stärkt. Jetzt zurück in Berlin hoffe ich, als Reiki-Therapeutin auch anderen dadurch zu helfen 🙂

Wenn ihr noch Fragen zum Thema Reiki habt, dann immer her damit!
eure Caro

(Beitragsbild von Ravi Roshan, Unsplash)

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