Cosmo, mein treuer Begleiter

Cosmo ist ein Heimhund aus Bosnien, mein kleiner bosnischer Wolf. Es wird geschätzt, dass er Anfang 2013 geboren wurde. Seit März 2016 ist er bei mir und folgt mir am liebsten auf Schritt und Tritt. Cosmo bedeutet „der Schöne“ und „der Stille“ und das passt meist sehr gut zu ihm!

Wie Cosmo zu mir gekommen ist

Jahrelang litt ich unter einer ziemlich starken Tierhaarallergie, weswegen ich mich von Tieren generell eher fern hielt. Dadurch hatte ich richtiggehend meinen Draht zu ihnen verloren. 2014 wohnte ich schließlich für ein paar Wochen bei einem Freund, in dessen WG auch 6 Katzen und 2 Hunde zuhause waren. Und meine Allergie? Hat nicht mehr angeschlagen. Und innerhalb von zwei Tagen hatte ich plötzlich die fixe Idee, einen Hund zu adoptieren.

Diesen Gedanken trug ich ein paar Monate mit mir herum, bis ich durch eine Petition auf Streunerglück e.V. aufmerksam wurde, eine deutsche Hilfsorganisation, die Hunde in Bosnien-Herzegowina rettet, gesund pflegt und in deutschsprachige Regionen vermittelt. So viele süße Hunde auf der Website, oh mein Gott! Natürlich dachte ich auch darüber nach, ins Berliner Tierheim zu gehen, aber alle Hunde von dort wirkten tief traumatisiert und ich war blutiger Anfänger. Das war mir einfach eine Nummer zu hoch.

Ich zog in eine neue, hundegeeignete Wohnung und schickte Streunerglück eine Nachricht. Darin beschrieb ich meine Persönlichkeit, meine Wohnsituation, welche Erfahrungen ich bereits hatte (null!), wie mein Zeitplan zwecks Arbeit aussah usw. usf. Bei all den süßen Hunden auf der Website war ich leicht überfordert, mir selbst „einen auszusuchen“. Ich wollte nicht einfach wie beim Online-Shopping irgendeinen mit einem Klick in den „Einkaufswagen“ stecken, ich hatte ja auch noch keinen der Hunde selbst erlebt. Streunerglück antwortete mir sehr lieb, schickten jemanden zur Voruntersuchung vorbei und schlugen mir Cosmo vor. Wie sie von meiner Beschreibung auf diesen Hund gekommen waren, war mir damals ein Rätsel. Natürlich gab es dutzende schlimme Fälle, aber auch genügend leichtere, sicher viel besser geeignet für jemanden wie mich. Stattdessen hatten sie mir dieses Häufchen Elend ausgesucht:

Vor ca. 2 Monaten kam ich in die Veterinärstation und seitdem bin ich depressiv. Ich hatte mal ein Zuhause, aber meine Besitzer fanden, dass ich zu groß geworden bin und haben mich deshalb ausgesetzt. Ich bin sehr traurig darüber, aber ein neues Zuhause würde mich sicher schnell trösten. Wir allen können auf einen Neuanfang hoffen. das Leben geht weiter.
Ich bin ein wirklich lieber Bub und bin mir sicher, dass ich das Leben meiner zukünftigen Familie sehr bereichern werde. Probierts selbst! :D

(Cosmos Beschreibung auf Streunerglück)

(c) Streunerglück e.V.

Nachdem Cosmo ausgesetzt worden war, verbrachte er eine lange Zeit in dem örtlichen Tierheim in katastrophalen Zuständen. Streunerglück hatte zwei Jahre lang gekämpft, dieses Heim offiziell schließen zu lassen und die Hunde bei sich aufzunehmen und gerade Anfang des Jahres gewonnen. Ein total verängstlichter Cosmo war einer der geretteten Hunde. Als wir uns kennenlernten, war er erst frisch bei einer deutschen Pflegefamilie untergekommen. Da gab’s keinen romantischen Moment, in dem er erkennt, dass ich ihn aufnehmen und lieb haben möchte, sondern nur Angst. Streicheln lassen, keine Chance, außer stocksteif an der Leine. Wie entscheidet man, dass man einen Hund adoptiert, ohne die filmbeschriebene magische Verbindung auf den ersten Blick?

Mein Freund und ich haben eine Nacht drüber geschlafen und ich bin ohne schlechtes Bauchgefühl aufgewacht. Das war alles, was ich hatte: einen ruhigen Bauch. Also ab mit ihm ins Auto und nach Hause. Die ersten Monate waren wirklich schwierig und wir hatten viele Themen. Aber Cosmo war mein Hund und ich hätte ihn niemals auf- oder gar abgegeben. Trotz aller Hindernisse war klar, dass wir uns lieb hatten. Von Anfang an haben wir uns Hilfe gesucht und verschiedene Hundetrainer probiert, bis wir die Beste für unsere Bedürfnisse gefunden haben. Und nach einem Jahr war der Knoten geplatzt.

Heute ist Cosmo ein pflegeleichter, entspannter, verschmuster Hund mit riesigem Beschützerinstinkt. Anfangs hat er sich nicht getraut zu pinkeln, um ja keine Spuren zu hinterlassen, heute ist er selbstbewusster kleiner Boss (der zu 90% der Zeit weiß, dass ich der eigentliche Boss bin). Ich würde alles für ihn tun, deswegen kutschiere ich z.B. ein überdimensionales Hundebett mit Memory-Foam im Van herum oder fahre in die entlegendsten Winkel der Natur, damit er sich frei entspannen kann. Er ist kein Kuscheltier, sondern will seinen Freiraum, aber nichts berührt mich mehr, als wenn er seinen Kopf an mich drückt, schwanzwedelnd auf mich zukommt oder mir seinen Hintern für eine Massage entgegen streckt. Es ist diese Verwandlung von Furcht zu Vertrauen und Liebe, die eine solche Adoption so wertvoll machen.

Danke, dass du mich begleitest, mein kleines Herz.