Busausbau

Der Busausbau – Teil 2: Die erste Woche

Raus mit dem Kram!

Als ich von Berlin zu meinen Eltern gefahren bin, war mein Auto noch voll mit Ersatzteilen und meinen Umzugskartons. Obwohl wir so viel verkauft haben in Berlin, bin ich doch nicht wirklich mit leeren Händen losgefahren und der Vorbesitzer hat mir auch noch so einige goodies überlassen: z.B. das komplette Holz für die Innenverkleidung, eine Leiter zum dranschrauben, zwei neue Hecktüren mit Fenstern, eine alte Schiebetür für die Seite, die originalen Frontlampen und den Grill, Radkappen, Glühlampen, Schrauben, Sicherungen usw. usw. So kann man natürlich keinen Ausbau starten, also musste am 1. Tag erstmal alles raus. Kistenweise Ersatzteile für einen Wagen, der nicht mehr hier stehen wird, in der Garage zu lagern, gehörte nicht unbedingt zu meiner Eltern Tagträume und so hab ich bei vielen Dingen entscheiden müssen. Manches wurde eingebaut, manches wird für später aufgehoben und anderes wurde an andere glückliche VW LT-Restaurierer verkauft. Endlich leer geräumt, ist das hier unsere Ausgangbasis:

 

Ran an den Lack!

Mein Cousin war zwei Wochen zuvor bereits so lieb, sich das Auto mal anzusehen. Er hat mit Abstand die meisten Ahnung von Autos aus meinem Familien- und Freundeskreis – sein Urteil: Guter Deal. Ausgezeichneter Deal würde ich sogar sagen, denn ich bin mega happy mit dem Bus! Wie schon gesagt, hat mir der Vorbesitzer bereits zwei neue Hecktüren mit Thermofenstern hinterlassen, was gleich aus zwei Gründen großartig war: 1. Meine Türen waren unten bereits ein wenig durchgerostet und 2. wollte ich wirklich, wirklich gerne hinten Fenster haben, damit ein bisschen mehr Licht in den Kasten kommt. Mein Cousin hat mir allerdings nur eine umgetauscht, da die andere noch lackiert werden musste.

Die Idee, die Tür zu lackieren, erschien mir unverhältnismäßig aufwendig. Ich habe mir wirklich tagelang den Kopf darüber zerbrochen, ob ich das wirklich machen will, ob nicht vielleicht ein Fenster einfach reicht … 😉 Ich hab sogar in Erwägung gezogen, das Fenster aus der einen Tür zu pressen, ein Loch in die alte Tür zu schneiden, um das Fenster dort wieder einzusetzen. Mein Stiefvater, Wolfgang, hat mich allerdings ziemlich schnell überredet, dass das mit Lackieren kein Problem sei. Und wirklich: an einem Tag war die Sache schon getan. Erst haben wir alles akurat abgeklebt, was nicht besprüht werden sollte, also alle Gummis, Türscharniere und das Fenster an sich, und dann ging der Spaß los. Gleißmäßig mit der Spraydose zu arbeiten ist gar nicht mal so leicht, wie ich gedacht hätte, aber das Schlussergebnis kann sich sehen lassen. Und wir werden sehen, wie gut die Farbe hält 😉 Das gleiche haben wir dann mit der Innenseite wiederholt, sowie mit der Innenseite der rechten Tür, die auch noch etwas Zuwendung bedurfte. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn mit zwei Fenstern nach draußen zu sehen, macht wirklich einen Unterschied, auch beim Fahren. Endlich ist mein Rückspiegel zu was gut, yay! Und ganz zum Schluss werde ich hier die coolsten Vorhänge dran machen, oh ja!

Ein sicherer Boden für eine sichere Grundlage

Als nächstes war der Boden an der Reihe. Bereits im Bus verlegt war ein ziemlich schwere, massive Holzplatte. Bisher hatte ich noch nicht darunter gucken können, weil auch bei der Probefahrt bereits viele der Ersatzteile im Wagen lagen. Obwohl mein Cousin mir bei der Unterbodeninspektion den erhobenen Daumen gegeben hatte, war mir etwas flau im Magen, ob mich da jetzt nicht doch noch eine üble Überraschung erwarten würde. Aber nein, als wir endlich die Platte gerade mal so irgendwie auf halb acht schief hochgestämmt hatten, zeigte sich der Boden in Bestform, puh! Gerne wollte ich den Boden auch dämmen, Kälte kommt schließlich am gemeinsten von unten, aber mit dieser verkanteten, tonnenschweren Platte war der Gedanke, darunter eine vernünftige Dämmung zu bekommen, schon mal die nächste Herausforderung. Nachdem Wolfgang und ich diverse Optionen hin und her erwägt hatten, fiel uns im Baumarkt schließlich folgendes ins Auge: Diese grünen Platten, die man unter Parkett legt, damit nix verrutscht. Dünn, dämmend und darauf wird nichts “schwimmen”. Die Platten sind bereits vorgeschnitten, sodass wir sie relativ einfach Stück für Stück unter die Bodenholzplatte schieben und platzieren konnten. Damit nicht kurz vor Schluss noch was verrutscht, haben wir sie mit Klebeband aneinander fixiert.

Die Bodenplatte an sich war jetzt aber nicht so der Hingucker, also musste ein neuer Boden drauf. Hier fiel die Wahl relativ schnell auf einen PVC-Boden, denn der lässt sich super einfach drauf verlegen, ist wasserdicht, dekorativ und pflegeleicht. Ich habe mich für einen hellen Holzlook entschieden. Die Farbe passt zwar nicht zum restlichen Holz, aber das ist mir ehrlich gesagt, ziemlich egal, ich find ihn großartig, weil der Bus dadurch innen viel heller wird. Ganz ausnahmsweise hat uns der Baumarktmitarbeiter “erlaubt”, für die Verlegung doppelseitiges Klebeband zu benutzen, was man scheinbar sonst niemals nie machen sollte aus Gründen, die ich jetzt zu faul bin, nachzuschlagen. Also haben wir einfach insgesamt acht Streifen dieses Klebebands über die komplette Länge gezogen, erst die eine Hälfte, dann den Boden drüber gelegt, sodass er klebte, und dann die andere Hälfte. Ich glaube nicht, dass sich da noch wirklich was bewegen wird, vor allem da ja dann später alles mögliche drauf steht. Bis jetzt hat sich an ihm auf jeden Fall nichts gerückt! Das hier ist das Endergebnis:

Nächster Schritt: Die Dämmung

Für die Dämmung habe ich Armaflex bestellt, ein Material, das von so ungefähr jedem Van-Ausbauer empfohlen wird und das auch nicht ohne Grund. Vorteil Nummer ist die super Dämmqualität und Vorteil Nummer zwei, es ist selbstklebend und damit kinderleicht zu verarbeiten. Wie ich das angeklebt habe, habe ich nicht extra dokumentiert, denn davon gibt es wirklich hunderte Anleitungen im Internet. Für den kompletten Bus haben wir 3 Rollen á 6qm in 19mm und 2qm in 10mm verarbeitet. Das hat gerade so gereicht, aber es hat gereicht. Im Gegensatz zu meinem ausgeklügelten Plan, von dem ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, erstmal alles zu dämmen, bevor wir zum nächsten Schritt übergehen, hielt Wolfgang nicht so viel. Er wollte lieber gleich mit der Verkleidung weiter machen. Da er eher der Baumeister ist, hab ich mich umstimmen lassen und so haben wir beides immer etwa parallel gemacht. Auf der linken und rechten Seite habe ich daher die großen Flächen beklebt. Ursprünglich habe ich das dünnere Armaflex für die ganzen Metallstreben dazwischen gekauft gehabt und z.T. auch dafür verwendet, aber an die Metallstangen längs haben wir Leisten gebohrt, damit die Verkleidung einen Halt hat.

Zieh dir dein schönstes Kleid an, Darling

Das Holz, was mir der Vorbesitzer überlassen hat, sieht super gut aus. Es ist schön hell, wodurch der Bus ein richtiges freundliches Antlitz innen bekommt. Es sind solche Steckpanele, die man auch in einer Sauna verwenden würde (glaube ich. Zumindest sieht es jetzt aus wie eine Sauna, haha). Da viel von der Elektrik im und auf dem Dach passieren wird, kommt das erst später und wir verkleiden erstmal nur den “Metallteil” des Kastens. Damit wir oben eine gerade Kante bekommen, fangen wir von oben nach unten an, das macht es leichter, auch mit dem Radkasten unten. Bis zum Ende der Wochen schaffen wir die komplette linke und rechte Seite, die Radkästen kommen dann später. Gar nicht schlecht für 7 Tage, oder?

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