Busausbau

Der Busausbau – Teil 4: Wie man einen Dachlukenventilator auf ein Rillendach setzt

Her mit der Frischluft!

Neben dem Solarpanel ist die Dachluke eine meiner größten Sorgen. Mal abgesehen vom Preis, hust, muss man ja erstmal aufs Dach, um die Teile zu befestigen und im Fall einer Dachluke auch noch ein Loch ins Dach sägen. Nicht unbedingt meine Traumvorstellung, nachdem das Autochen gerade mal seinen Weg in meine Arme gefunden hat … Doch es muss sein, denn mit Hund im Auto darf es wirklich nicht zu heiß werden – und ich profitier ja auch ein wenig davon 😉 Also habe ich mir einen Dometic Fantastic Vent 2250 bestellt, immerhin B-Ware, die aber aber super aussieht.

Die nächste Herausforderung ist, dass das Hochdach des Busses solche schönen Rillen hat, etwa 5cm breit, 2cm tief, großartig, damit sich Dreck drin sammeln kann und genau so weit auseinander, dass der Ventilator eben nicht dazwischen passt. Wie kriegen wir die nur dicht, damit kein Wasser reinläuft, wenn das Loch erst einmal drin ist, hab ich mich (recht panisch) gefragt. Holz drunter, Holz drüber, Silikon, Gummi, Paketklebeband … ich hab mich schon Baumharz in die Ritzen schmieren sehen. Und irgendwie hab ich auch keine vernünftige Anleitung im Internet dazu gefunden, von daher teile ich hier nun unsere relativ einfache Lösung des Problems. Leider habe ich nicht so viele Fotos gemacht, ihr müsst euch also mit der schriftlichen Anleitung begnügen.

Kompriband

Im Baumarkt unseres Vertrauens (= der Einzige in der Stadt) wird uns dieses Produkt empfohlen: Kompriband. Die Firma mit dem wohlklingendem Namen “Qualitäts-Zubehör für Fenster und Türen” verkauft hier komprimiertes, selbstklebendes Dichtband, dass sich, einmal ausgepackt und hingeklebt, über die nächsten Stunden hinweg langsam ausbreitet (nur nach oben) und damit für eine optimale Abdichtung sorgt. Es ist dabei nicht so viel Druck dahinter, dass es einen Spalt zum Bersten bringt, sondern gerade so viel, dass er dicht verschlossen wird. Es gibt das Ganze auch noch in einer Version, die bis zu 30mm abdichtet, aber uns hat die kleinere gereicht (an einer Stelle mussten wir zwei Schichten übereinander kleben, zugegeben, aber ansonsten hats gereicht). Die Verpackung verspricht nicht nur Dichtung gegen Schall und Wärme, sondern auch Schlagregen. (Ich bin gespannt, Daumen sind gedrückt!) Wie haben wir den Ventilator also nun befestigt?

Zuerst kam das Loch

Da wir keine Leiter haben, die hoch genug ist, um aufs Dach zu gelangen, haben wir uns dazu entschieden, von unten zu sägen. Auweia, dachte ich, aber spoiler alert, es ist alles gut gegangen. Der Ventilator ist 40x40cm, was genau zwischen die Mitte der einen Rille bis zur Mitte der anderen Rille reichen würde. Wir haben den Ausschnitt aber so gewählt, dass eine Rille etwa in dessen Mitte liegt, damit wir nur eine ausgleichen müssen. Wie immer gilt bei solchen Arbeiten natürlich: Zweimal messen, einmal sägen. Um mit der Stichsäge in das Material zu kommen, bohrt man am besten vorher in der Mitte oder irgendwo am Rand (hauptsache IM Ausschnitt) ein Loch, erst ein kleines, dann ein größeres, so lange bis die Schneide hineinpasst. Dann kann man sich zur Außenlinie vorarbeiten. Kurz vor Schluss wackelt das Material ganz schön, ist ja nur Plaste da oben, da hilft es, ein Stück Holz oder gefaltetes Papier in den Spalt zu stecken, denn auch Festhalten ist nicht wirklich möglich.

Den Ventilator kann man sogar von unten recht leicht durch das Loch schräg hindurchschieben. Er hat dann quasi von oben einen Rand, der 5cm über den Ausschnitt hinwegragt und von unten ein Gegenstück, dass nur etwa 2cm größer ist und das man einzeln dagegen hält. Dazwischen passen Dämmung und Verkleidung – oder eben nicht, wie in unserem Fall, aber dazu später mehr. Von oben wird der Ventilator festgeschraubt, die Plastik hat dafür schon vorgesehene Löcher. Damit diese Schrauben nicht durch die Dachplaste einfach ins Nichts gehen, haben wir entsprechende Leisten gesägt und dagegen gehalten. Auf dem Foto seht ihr nur zwei Leisten, aber am Ende ist es ein quadratischer Rahmen.

Und wo kommt das Kompriband hin?

Das haben wir großzügig in zwei Teilen außen angeklebt: Einmal einen Kreis/Viereck auf der inneren Unterseite des Ventilators und einmal einen auf der äußeren. Dann haben wir außen noch mal in die Rille zwei Lagen übereinander geklebt, sodass die verschiedenen Schichten Kompriband jetzt gegeneinander drücken. Der Lichttest bestätigt, was Tage später auch der erste Regen beweist: Das Dichtungsmaterial hält!

Und was ist jetzt das Problem mit dem Innenteil?

Wie ihr auf dem Bild weiter oben vielleicht sehen könnt, ragt der Ventilator nicht gerade weit ins Autoinnere hinein. Das Innenstück soll eigentlich durch den kleinen Schlitz zwischen dem Hauptteil und dem Plastikrahmen, aber das Material ist nicht lang genug, um die Verkleidung und Dämmung zu überbrücken. Wolfgang hat also kurzerhand Trick 17 angewandt, eine große Plastikleiste in vier Teile zerschnitten, an das Innenteil genietet und so das Material verlängert. Somit konnten wir es richtig positionieren und von innen festschrauben. Ich muss zugeben, dass ich diesen Teil mit am faszinierendsten vom ganzen Ventilatoreinbau fand, weil der Gedanke, dass ein gekauftes, teures Teil nicht “funktioniert” wie geplant und man das dann einfach nachbessern kann, ohne was “kaputt” zu machen, ist immer wieder überraschend für mich … Eine schöne Lektion, von der ich ausgehe, dass ich sie noch ein paar Mal machen werde (und sie mich wahrscheinlich immer wieder überraschen wird, hehe).

Im nächsten Beitrag gehts dann um das Solarpanel!

0 0 vote
Article Rating
Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments