Busausbau

Der Busausbau – Teil 5: Die Küche

Eigentlich sollte als nächster Post das Solarpanel und die Elektronik kommen, aber an dem arbeite ich nun schon eine Weile und solange wollte ich euch nicht warten lassen. Da unser Ausbaustil “alles parallel” weiter geht, wird auch das Beschreiben in Wochen etwas unübersichtlich, daher gehe ich nun kategorisch vor. Es folgt das Partyzentrum einer jeden Wohnung: Die Küche.

Was macht die Planung der Küche so kompliziert?

Wie man eine Arbeitsplatte simuliert.

Es stellen sich mal wieder ein Haufen Fragen! Wäre ja sonst langweilig. Wie will man kochen, wie abwaschen, wie Sachen kühlen? Wie sitzt man, um zu essen – sitzt man überhaupt, um zu essen? Da ist die Entscheidung, wie hoch die Arbeitsplatte werden soll, noch die leichteste. Alles greift ja irgendwie ineinander, deswegen ist es wohl das einfachste, bei einer Sache einfach eine Entscheidung zu treffen und dann zu sehen, wie sich das auf die anderen Aspekte auswirkt.

Wie ich koche

Ursprünglich wollte ich mit einem zweiflammigen Gaskocher kochen. Dafür sollte eine Gasflasche unter den Küchentresen, dort fest verankert – hab ich alles schon schön bei instagram gesehen, muss doch gehen! Aber wir würden nicht in Deutschland leben, wenn es dafür keine genaue DIN-Vorschrift für den Einbau einer Gasanlage gäbe. Leider habe ich das vorher verschätzt; eine “Gasanlage” war für mich eine etwas größere Sache als der kleine Schlauch von unter dem Küchentisch bis über den Küchentisch, sowas wie heizen mit Gas oder irgendwelchen komplizierten Bauten in Wohnwagen, aber nein, jede Gasflasche zählt darunter. Und die Vorschriften sind gar nicht mal so ohne: Da braucht es einen zum Innenraum dicht abgeschlossenen Kasten, ein Loch mit Mindestgröße im Boden und noch so dies und das. Als ich das erfahren habe, hatte ich meinen tollen Gaskocher natürlich schon und sah mich generell auch plötzlich vor so einer riesen Mauer stehen. So viel hatte vorher in Kleinigkeiten schon nicht funktioniert, Lieferungen gingen an die falsche Adresse, die Frage um die Solarbatterie war auch schon ein kleiner Krieg und jetzt schien das mit der Gasanlage auch noch unlösbar …

Ich habe dann wirklich noch einige nette Vanlifer bei Instagram angeschrieben und um Hilfe gebeten für Löungsanregungen und viele hatten diese Regeln wirklich umgesetzt oder Kombinationen aus Ausweichmöglichkeiten benutzt. Und dafür hab ich mich letztendlich auch entschieden: Grillen auf Feuerstellen im Freien und ein Kartuschengaskocher (denn Gaskartuschen kann man transportieren, wie man will).

Wie ich kühle

Da ich kein Fleisch esse, brauche ich nur Gemüse kühlen. Kalte Getränke mag ich nicht, Milchprodukte vertrage ich nicht, es bleibt also wirklich nur Obst, Gemüse und eine Portion vom Vortag. Bei der Energieplanung für das Solarpanel konnte ich also getrost sagen: Ich brauche keinen Kühlschrank, eine (mit Strom versorgte) Kühlbox reicht mir.

Meine Wasserversorgung

Erst wollte ich einen Frischwasserkanister und einen Abwasserkanister unter dem Tresen und alles traumhaft mit einem Fußpedal gesteuert. Nachdem das traumhafte Fußpedal aber über 50€ kostete, dachte ich noch kurz über eine Fußpumpe nach – doch auch die war nicht viel günstiger und irgendwie ist pumpen sowieso nicht das Wahre. Wasserpumpe, Druckwasserhahn … ach, das war mir alles schon viel zu kompliziert. Wolfgang schlug bereits von Anfang an vor, einfach einen Wasserkanister auf einem Regal über dem Waschbecken anzubringen – durch den Druckausgleich würde das Wasser dann ja automatisch nach unten laufen. Das erschien mir zwar zu unelegant, aber schlussendlich haben wir es doch genau so gemacht 😉

Hier schneide ich das Waschbecken mit der Stichsäge aus. Eigentlich ist das Video, aber mir ist danach erst aufgefallen, dass der Ton kein Tophit wird.

Ich habe mir sogar den Abwasserkanister gespart und einfach eine Emaille-Schüssel als Waschbecken gekauft, die ich dann auch mit nach draußen nehmen kann, um Wäsche zu waschen oder so. Da ich ausschließlich vollständig natürlich abbaubare Seife benutze, kann ich die kleinen Restwassermengen einfach auskippen.

Der Wasseranschluss am Kanister von oben. Wie ihr sehen könnt, ist der Schlauch an so einer Manschette, oder wie auch immer man das nennt, die man getrennt abnehmen kann. Auch ist der Hahn aus Metall und nicht aus lavedem Plaste.

Bei dem Wasserkanister auf dem Regal hatte ich mal wieder einen kleinen Denkfehler: Um ihn herunternehmen und auffüllen zu können, muss man natürlich den Hahn abschrauben können, aber so, dass der Kanister trotzdem verschlossen ist. Diese Funktion konnte meine erste Bestellung Kanister nicht erfüllen, also musste noch ein neuer hinterher … der ist dafür jetzt aber super! Den durchsichtigen Schlauch haben wir mit einer Heißluftpistole erwärmt, um ihn leichter über den Anschluss schieben zu können. Der Kanister wird mit Hilfe eines Spangurts, der am Holz festgeschraubt ist, an seinem Platz gehalten. Der Wasserhahn ist schließlich eine Kombination aus mehreren Rohr-Einzelteilen.

Und wie sieht die Küche nun aus?

Da ich nun sowohl Gastank als auch Wasserkanister auslagern konnte, bleibt unter dem Tresen viel Platz für Stauraum, hurra! So findet sich darunter jetzt Kühltruhe, Toilette, Mülleimer und sogar noch so ein dekorativer Schubladenschrank. Die Türen rechts und links werden mit Kindersicherungen festgehalten – wie die Schubladen halten, wird sich noch herausstellen. Darum kann sich dann Zukunftscaro kümmern, haha.

Oben drüber geht über die gesamte Länge ein Regal, wofür ich nach ewigem Suchen endlich passende Kisten gefunden habe. Und damit ist die Küche auch schon fertig. Wenn ihr Fragen habt, dann immer her damit! Im nächsten Post geht’s um die Sitzecke/Arbeitsecke und was wir uns da Feines ausgedacht haben.

Bis dahin alles Liebe!

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